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Details zu Einsatz Nr. 387

Nr. Datum Uhrzeit Einsatztyp Stichwort
387   04.09.2019 00:06
05:58
Großbrand Bahnhofsplatz
Br-Dachstuhl

Kurz nach Mitternacht wurde die Freiwillige Feuerwehr Hof mit der Meldung "Brand Dachstuhl, Personen in Gefahr, B 3 Person" an den Hofer Bahnhofsplatz alarmiert. Noch während die ersten Fahrzeuge ausrückten wurde die Alarmstufe durch die ILS Hochfranken aufgrund einer Vielzahl von Anrufen auf "B 4" erhöht. Weiterhin meldeten die Anrufer mehrere Detonationen (die Anrufer deuteten vermutlich platzende Dachziegel und berstende Dachflächenfenster als solche) sowie fallende Trümmerteile.

Bereits auf der Anfahrt bestätigte sich für den Einsatzleiter sowie das Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug die Meldung.
Der Dachstuhl eines Mehrfamilienhauses in einer Häuserzeile stand in Vollbrand und hatte bereits auf den Dachstuhl des direkt links angebauten Gebäudes übergegriffen.
Parallel während der umfassenden Erkundung durch Einsatzleiter und Einheitsführer ging der Angriffstrupp zur Menschenrettung und Brandbekämpfung in das betroffene Objekt vor. Bereits im Erdgeschoss traf der Trupp noch auf Bewohner, die in Sicherheit gebracht wurden. Eine große Gefahr ging dabei von den platzenden und auf den Bahnhofsplatz herabstürzenden Dachziegeln aus.
Zeitgleich baute der Wassertrupp eine Wasserversorgung auf und nahm den Schnellangriffsschlauch im Außenangriff zum Verhindern eines Flammenüberschlags auf den Dachstuhl des rechts angebauten Gebäudes vor.

Noch vor Eintreffen der Drehleiter begann die Polizei die Wohnungen der beiden angrenzenden Häuser zu durchsuchen und zu evakuieren. Beamte der Bundespolizei vom nahen Revier im Hauptbahnhof übernahmen die großräumige Absperrung der Einsatzstelle.
Die als nächstes eintreffende Drehleiter mit Korb bekam den Auftrag mit dem Wenderohr die Brandbekämpfung von oben einzuleiten und sollte dabei vom nächsten eintreffenden Löschgruppenfahrzeug (LF) gespeist werden. Dieses LF schickte außerdem sofort einen Atemschutztrupp in das linke Gebäude zur Brandbekämpfung in das Dachgeschoss vor. Der Wassertrupp hatte währenddessen mit nicht einsatzbereiten Hydranten zu kämpfen, so dass eine längere Wasserversorgung zu den nächsten Hydranten aufgebaut werden musste. Während dieser Zeit speiste das ebenfalls eingetroffene Tanklöschfahrzeug TLF 20/40-SL das LF und die Drehleiter.
Zügig wurde außerdem die zweite Drehleiter in Stellung gebracht, die ebenfalls zur Brandbekämpfung über das Wenderohr eingesetzt werden sollte.

Über die Orleanstr. fuhren zu dieser Zeit zwei weitere Löschgruppenfahrzeuge an, die zum einen einen weiteren Atemschutztrupp stellten und außerdem von der Gebäuderückseite ein B- sowie ein C-Rohr zur Brandbekämpfung einsetzten.

Aufgrund der Ausbreitung des Feuers und der anstehenden Nachlöscharbeiten wurden schließlich weitere Atemschutzgeräteträger aus dem Landkreis Hof angefordert und eingesetzt. Hier kamen die Freiwilligen Feuerwehren Köditz, Tauperlitz und Döhlau zum Einsatz.

Der massive Löschangriff zeigte schließlich Wirkung, so dass kurz darauf um 00:52 Uhr an die Leitstelle die Meldung "Feuer unter Kontrolle, Nachlöscharbeiten" gegeben werden konnte.

In mehreren Lagebesprechungen wurde das weitere Vorgehen besprochen, es wurden noch der Abrollbehälter-Atemschutz sowie der Abrollbehälter-Aufenthalt angefordert.

Die Nachlöscharbeiten gestalteten sich äußerst langwierig und aufwendig, da das Feuer immer wieder aufflammte. Hinzu kam, dass der Dachstuhl im Brandobjekt teilweise eingestürzt war und sich unter dem Schutt Glutnester gebildet hatten. Im Brandobjekt selbst waren für die Nachlöscharbeiten noch mehrere Atemschutztrupps sowie zwei C-Rohre im Einsatz, im linken Nachbargebäude ein weiteres C-Rohr. Unterstützt wurden die Trupps über die Drehleiter von außen.

Im linken Gebäude konnte um 02:30 Uhr endgültig "Feuer aus" festgestellt werden, anschließend wurde das Dachgeschoss mit einem Wassersauger von Löschwasserresten befreit um weitere Schäden zu verhindern. Im Brandobjekt selbst wurde ca. eineinhalb Stunden später "Feuer aus" gemeldet, aufgrund mehrerer Schlauchplatzer durch Trümmer und daraus resultierend abfließendes Löschwasser musste der Keller hier mittels Tauchpumpe ebenfalls von Wasser befreit werden.
Auch weitere Nachkontrollen auf Glutnester verliefen negativ, so dass nach und nach Einsatzkräfte herausgelöst wurden. Ab 05:00 Uhr begannen die letzten Aufräumarbeiten an der Einsatzstelle. Eine Kehrmaschine vom städtischen Baubetriebshof reinigte die Straße von Trümmern und die Einsatzstelle wurde gesichert und abschließend an die Polizei übergeben.

Gegen 06:00 Uhr waren dann alle Einsatzfahrzeuge der Feuerwehren wieder einsatzklar an den Standorten.

Neben den Feuerwehren an der Einsatzstelle waren die Freiwilligen Feuerwehr Rehau und Feilitzsch zur Wachbesetzung in der Feuerwache am Hallplatz.

Das Bayerische Rote Kreuz betreute zwischenzeitlich rund 40 Bewohner der betroffenen Häuser, sieben davon wurden für den Rest der Nacht im BRK-Kreisverband untergebracht.
Für die vorübergehende Unterbringung wurde durch die Bundespolizei das Bahnhofsgebäude geöffnet.

Der THW Ortsverband Hof leuchtete die Einsatzstelle großflächig aus und versorgte die Einsatzkräfte mit kalten und warmen Getränken.

Ein herzlicher Dank gilt allen ehrenamtlichen Helfern, die zum Einsatzerfolg beitrugen. Einmal mehr bewährte sich die gute Zusammenarbeit der Wehren aus Stadt und Landkreis Hof.
Auch die kameradschaftliche Zusammenarbeit mit den anderen Hilfsorganisationen (THW, BRK) und Behörden (Polizei/Bundespolizei) sowie der integrierten Leitstelle Hochfranken war wie immer hervorragend.

A B S C H L U S S I N F O:
Ein Dachstuhl brannte komplett aus, der zweite wurde beschädigt, ein Durchbrand erfolgte auf ca. 400 m². Mehrere vor dem Haus geparkte PKW wurden durch herabfallende Teile schwer beschädigt.

Von der Feuerwehr waren an der Einsatzstelle 20 Fahrzeuge mit ca. 100 Einsatzkräften sowie an der Wache sechs Fahrzeuge mit rund 40 Kräften im Einsatz.
Außerdem waren an der Einsatzstelle der THW-Ortsverband Hof mit drei Fahrzeugen und zehn Helfern, das BRK mit 13 Fahrzeugen und rund 30 Kräften, die Polizei mit mehreren Streifen und rund 15 Beamten. Ebenso war auch die Leitung der FüGK Stadt Hof vor Ort um sich ein Bild der Lage zu machen.

Einsatzmittel:
C-Rohr (4), S-Rohr, B-Rohr, Wenderohr (DLK) (2), WBK (5), Steckleiter, Tauchpumpe, Türöffnungswerkzeug, Wassersauger, Lichtmast (3), Beleuchtungssatz, Atemschutz (20), Arbeitsgeräte, Filtermasken (2)

Feuerwehr:
ELW-B, HLF 20/20, DLK 23/12-1, LF 16/16, LF 16/8-2,5, DLK 23/12-2, TLF 20/40 SL, ELW-2, DEKON-LKW, MTW, WLF 1, WLF 2, Abrollbehälter Atemschutz, Abrollbehälter Aufenthalt, LF 20 (Abt. 5), LF 16/12 (Abt. 9), Hof 2, Hof 1, MZF, HLF 20/16 (FF Köditz), MTW, LF 8/6 (FF Döhlau), HLF 20 (FF Tauperlitz); zur Wachbesetzung: TLF 16/25, TSF (Abt. 8), TSA (Abt. 11), ELW 1, DLA(K) 23/12 (FF Rehau), MTW, HLF 20 (FF Feilitzsch)

Rettungsdienst:
ELRD, OrgL, RTW (4), UG SanEL, SEG (3), NEF (2)

Polizei:
mehrere Streifenbesatzungen, Bundespolizei