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Gefahrgutübung bei der Firma Macher in Brunnenthal

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Am Samstag, 23.03.2019, fand bei der Firma Carl Macher in Brunnenthal eine unangekündigte Alarmübung statt.

Neben dem Gefahrgutzug der Freiwilligen Feuerwehr Hof waren auch die Werkfeuerwehr Carl Macher sowie die Freiwilligen Feuerwehren Brunnenthal, Köditz, Töpen und der Gefahrgutzug des Inspektionsbereiches I, welcher von den Feuerwehren Rehau, Schwarzenbach an der Saale und Oberkotzau gebildet wird, alarmiert.

Ebenso waren Vertreter der Kreisbrandinspektion, die UG-ÖEL sowie der Hofer Stadtbrandinspektor Markus Ott an der Übungsstelle.

Angenommene Lage war, dass ein Gabelstapler in einer Halle einen IBC-Behälter mit Aluminium-Eisen-Chlorid-Lösung umstieß und danach mit der Gabel einen weiteren IBC-Behälter mit Natron-Lauge beschädigte. Unter dem IBC-Behälter wurde eine Person eingeklemmt, der Gabelstaplerfahrer aufgrund der Dämpfe der sich vermischenden Stoffe bewusstlos.

Ein weiterer Mitarbeiter bemerkte dies und drückte einen Handdruckmelder, wodurch ein Brandmeldeanlagenalarm ausgelöst wurde. Die Integrierte Leitstelle Hochfranken alarmierte daraufhin die Werkfeuerwehr Carl Macher sowie die Freiwilligen Feuerwehren Brunnenthal und Köditz.

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Bereits kurze Zeit später traf die Werkfeuerwehr ein und erkundete die Lage. Der Mitarbeiter, der die Feuerwehr alarmierte, konnte schnell Auskunft über den Gefahrstoffaustritt geben, weshalb der Einsatzleiter bei der Leitstelle eine Alarmstufenerhöhung auf "THL Chemie" veranlassen ließ.

Sofort wurde nach der GAMS-Regel (Gefahr erkennen, Absperren, Menschenrettung durchführen, Spezialkräfte alarmieren) vorgegangen und eine Absperrgrenze errichtet. Außerdem wurde ein Not-Dekon-Platz eingerichtet.

Die eintreffende Feuerwehr Brunnenthal baute sofort eine Wasserversorgung für den Not-Dekon-Platz sowie für den ersten Brandschutz auf.

Mit der Freiwilligen Feuerwehr Köditz traf auch eine mit Atemschutz ausgerüstete Einheit an der Einsatzstelle ein und bekam sofort den Auftrag mit einem Trupp zur Menschenrettung und zu einer ersten Erkundung vorzugehen. Schnell konnte so der bewusstlose Gabelstaplerfahrer gerettet und an den Rettungsdienst übergeben werden. Da dieser Trupp nun kontaminiert war musste ein weiterer Atemschutztrupp vorgehen und die zweite Person retten.

Während der Rettungsarbeiten traf auch der Gefahrgutzug aus Hof ein. Hier wurde sofort ein CSA-Trupp (CSA=Chemiekalienschutzanzug) vorbereitet, der vorgehen sollte, ein weiterer Trupp rüstete sich als Sicherungstrupp aus.

Kurze Zeit später trafen auch die Wehren aus Oberkotzau, Rehau und Schwarzenbach an der Saale ein. Diese begannen sofort mit dem Aufbau des Dekon-Platzes.

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Nachdem der Dekon-Platz vorbereitet war konnte der erste CSA-Trupp in den Einsatz gehen. Nach einer ersten Erkundung wurde ein weiterer Trupp mit Abdichtmaterial und Auffangbehältern nachgefordert. Der Sicherungstrupp wurde nun durch die Feuerwehr Rehau gestellt.

Gemeinsam konnten die beiden Trupps die Auffangbehälter platzieren, die beschädigten Behälter abdichten und einen Kanaleinlauf verschließen. Die größte Gefahr war nun gebannt. Das Stoffgemisch konnte nicht mehr unkontrolliert in die Kanalisation und somit in die Kläranlage gelangen.

Im Realfall würde nun eine Fachfirma die weiteren Maßnahmen durchführen.

Nach rund 20 Minuten ist auch die Einsatzzeit eines CSA-Trupps verbraucht, da noch rund 10 min für die Dekontamination einzuplanen sind. So gingen die Trupps nacheinander an den Dekon-Platz.

Hier wurden die Trupps mit einem Spezialmittel gereinigt und anschließend mit Wasser abgespült. Danach wurde der Chemikalienschutzanzug abgelegt. Je nach Verschmutzung muss dieser später gegebenfalls entsorgt werden.

Die Einsatzkräfte zogen dann wieder ihre Einsatz- oder eine mitgeführte Ersatzkleidung an und begaben sich in einen Ruhebereich, wo sie  Flüssigkeit zu sich nahmen. Dies ist notwendig, da ein Einsatz unter CSA physisch sehr belastend ist.

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Hiermit wurde die Übung offiziell beendet. Zum Abschluss räumten alle Kräfte ihr jeweils genutztes Material auf und machten die Fahrzeuge, soweit möglich, einsatzklar.

In einer abschließenden Übungsbesprechung kam neben dem Leiter der Werkfeuerwehr Daniel Kreil und Kreisbrandrat Reiner Hoffmann auch Stadtbrandinspektor Markus Ott zu Wort, der sich für die gute und kooperative Zusammenarbeit - sowohl bei Übungen als auch bei Einsätzen - mit dem Kreisfeuerwehrverband Hof bedankte. Auch dankte er der Firma Macher für die Ermöglichung der Übung und die Bereitstellung der Getränke und einer Brotzeit.

Auch in Zukunft wird die Zusammenarbeit zwischen den beiden Kreisverwaltungsbehörden sowie den anderen Hilfsorganisationen fortgeführt.

Wer sich die Gefahrgutausrüstung und weitere Technik der Freiwilligen Feuerwehr Hof einmal selbst anschauen möchte darf gerne am 18. Mai ab 10:00 Uhr in die Feuerwache am Hallplatz kommen. Dort findet der Tag der offenen Tür statt und die Feuerwehr Hof zeigt, was sie Alles für unterschiedlichste Einsätze vorhält!
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